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„Ma Nischtana ha-Lajla ha-se?“

Ma Nischtana ha-Lajla ha-se mi kol ha-Lejlot, Warum wird diese Nacht von allen anderen Nächten unterschieden?“ werden die jüngsten Familienmitglieder am Pessachabend fragen, der in diesem Jahr auf den 03. April fällt. Diese Frage soll laut der entsprechenden Mischna, dem Gesetzkodex aus dem zweiten Jahrhundert nach der neuen Zeitrechnung, uns dazu veranlassen, die Geschichte des Auszugs aus Mizrajim, Ägypten, zu erzählen. Nicht nur bloße Nacherzählung steht in der Mitte des Sedders, sondern auch das Erlebnis, oder wie unsere Weisen sagen: „Be-chol dor wa-dor chajaw Adam lir’ot et azmo, ke-ilu hu jaza mi-Mizrajim. In jeder Generation soll jeder Mensch sich so betrachten, als sei er selbst aus Ägypten ausgezogen.“ So wird hier betont, dass unsere Geschichten und Geschichte ein lebendiger Teil von jedem von uns sei, und die sollen wir bewahren. Wenn wir aber auf die Vergangenheit schauen, fragen wir auch nach der Zukunft, denn ohne die Erste, gibt es nicht die Zweite. Deswegen fragen sich einige von uns nach der Zukunft unserer Gemeinden, denn es uns allen ist bekannt, dass unser sehr geehrter und geliebter Herr Landesrabbiner  William Wolff die Gemeinden, ab April, in  geringerer Weise betreuen wird, und an seiner Stelle wird ein jüngerer Kollege die Betreuung übernehmen. 

Hier möchte ich die Gelegenheit nehmen mich Ihnen vorzustellen. Mein Name ist Rabbiner Yuriy Kadnykov und viele von Ihnen hatten die Gelegenheit mich schon bzw. noch als Rabbinerstudent kennenzulernen. Meinen ersten Sederabend in Deutschland, habe ich in Rostock vor elf Jahren, im Jahre 2004, begangen. Ich bin, wie die Mehrheit unserer Gemeindemitglieder, in Sowjet Union geboren, deswegen ist  Russisch meine erste Sprache, später kamen Ukrainisch, Englisch, Hebräisch, Aramäisch, Deutsch und Jiddisch hinzu. Seit Mitte der Neunziger Jahre beteiligte ich mich aktiv am Wiederaufbau des religiösen jüdischen Lebens in meiner Heimatstadt, Jewpatorija. Im Jahr 2000 schickte mich meine Gemeinde zu einer zweijährigen Weiterbildung in Gemeindearbeit ans Machon, dem Institut  in Moskau. Danach war ich bereits als Vertreter des Rabbiners in Sevastopol tätig, bevor ich 2003 nach Deutschland kam, um meine Ausbildung zum Rabbiner am Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam zu beginnen. Im Sommersemester 2005 nahm ich mein Magisterstudium in den Fächern Jüdische Studien, Religionswissenschaft, Literaturwissenschaft (Germanistik) auf, 2007–2008 studierte ich in Jerusalem. Nach meiner Ordination zum Rabbiner im November 2011 war ich seit Januar 2012 als Gemeinderabbiner der LJG Hannover und Jüdische Gemeinde zu Magdeburg tätig. 

Für mich persönlich wird dieser Monat in zwei Punkten besonders sein. Als erstes fange ich als Gemeinderabbiner in Mecklenburg-Vorpommern an und als zweites werde ich meinen vierzigsten Geburtstag feiern, leider ohne Kuchen und Torte, denn in diesem Jahr fällt das Datum auf Pessach.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Chag Pessach koscher  we-sameach und freue mich darauf, Sie in unseren Gemeinden persönlich kennen zu lernen.

Rabbiner Yuriy Kadnykov