rabbin 7

Aus der Erinnerung Kraft schöpfen

In diesem Jahr fällt der Monat Tevet mit dem Monat Januar zusammen. Der Monat, in dem der 10. Tevet, Asara beTevet, liegt, ruft uns zu einem besonderen Nachdenken auf. Am 10. Tevet begann einst die Belagerung Jerusalems durch die Babylonier – ein schicksalhafter Schritt hin zur Zerstörung des Ersten Tempels, Beit ha-Mikdasch schel Schlomo. Die Bibel berichtet davon im Buch Jechezkel (24,1–2), wo der Prophet beauftragt wird, diesen Tag als Auftakt des kommenden Unheils festzuhalten. Hier offenbart sich die Dramatik eines Moments, der unser Volk in Schmerz, Exil und tiefgreifende Neuorientierung stürzte.

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Monatsbriefe, Rabbin
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Wurzeln schlagen und Früchte tragen

Der 15. Schewat, Tu Bi-Schewat, gilt im jüdischen Kalender als „Neujahr der Bäume“ und fällt in diesem Jahr auf den 13. Februar. Dieser Tag erinnert uns an den tiefen Zusammenhang zwischen Mensch, Boden und Schöpfung. In der Tora lesen wir, dass Bäume nicht willkürlich zerstört werden sollen, „denn der Baum des Feldes ist des Menschen Leben“ (Devarim / 5. Buch Mose 20,19). Bäume standen für die Propheten ebenso als Bilder der Gerechtigkeit und des Segens – wie die Palme, Tamar, in Psalm 92, den wir am Schabbat singen. Sie wächst aufrecht und trägt im Alter noch Früchte.

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Purim

Purim ist eines der bemerkenswertesten Feste in unserem jüdischen Kalender. Es erinnert an die Errettung des jüdischen Volkes aus der Hand Hamans, wie sie im Megilat Ester; Esterrolle, beschrieben wird. Doch jenseits der historischen und festlichen Aspekte hat Purim eine tiefere theologische Bedeutung: Es ist der Tag, an dem das jüdische Volk freiwillig die Tora annahm – eine Akzeptanz, die laut rabbinischer Tradition ewigen Bestand hat.
Im Gegensatz zur Offenbarung am Berg 

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Pessach – Seman Heruteijnu, die Zeit unser Freiheit

Pessach ist das Fest der Freiheit, das uns an den Auszug aus Ägypten erinnert – unsere Befreiung aus der Knechtschaft unter dem Pharao. Doch die Bedeutung von Freiheit, die Pessach vermittelt, ist weit mehr als nur eine historische Erinnerung. Es ist eine zeitlose Botschaft, die uns dazu aufruft, ständig über Freiheit nachzudenken, sie zu schützen und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen. In einer Zeit, in der radikale Parteien in vielen modernen Staaten an Einfluss gewinnen, ist es besonders wichtig, über die Gefahren nachzudenken, die unsere Freiheit bedrohen.

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Möge der Ewige sich erinnern…

Am 9. Mai dieses Jahres verstarb Margot Friedländer, eine Überlebende der Schoa, im
104. Lebensjahr. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands kehrte sie im Jahr 2010 aus New York nach Berlin zurück und engagierte sich fortan aktiv in Bildungsprogrammen mit Jugendlichen. Sie berichtete von dem, was ihr als junge Frau in Berlin und im Konzentrationslager Theresienstadt widerfahren war. Auf diese Weise schlug sie Brücken zwischen Juden und ihrer Umgebung in Deutschland.
Einige Tage nach ihrem Tod wurden wir gefragt, ob wir ein Gedenken zu ihren Ehren veranstalten würden. Darauf antwortete ich, dass wir keine solche Veranstaltung planen, denn so sehr ihre Verdienste auch anerkannt werden müssen, war sie kein Mitglied unserer Gemeinden hier im Land. Zudem lebt hier kein naher Verwandter von ihr, denen gemäß unserer jüdischen Tradition die Pflicht zukommt, der Verstorbenen zu gedenken.

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Sommerzeit, Ferienzeit?

Der Sommer 2025 steht für viele unserer Gemeindemitglieder unter einem bedrückenden Vorzeichen: Die Eskalation des KonAlikts zwischen Israel und dem Iran hat eine neue Qualität erreicht. Die Luftangriffe, Gegenschläge, Cyberattacken und strategischen Drohgebärden zwischen beiden Staaten sind nicht mehr nur ein geopolitisches Thema des Nahen Ostens – sie reichen tief in das Sicherheits- und Selbstverständnis jüdischer Gemeinden weltweit hinein. Auch in Mecklenburg Vorpommern ist diese Entwicklung spürbar: auf der Straße, in sozialen Netzwerken, in jüdischen Gemeinden.

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Rosch ha-Schana – Hoffnung und Verantwortung

Rosch ha-Schana, das jüdische Neujahrsfest, markiert nicht nur den Beginn eines neuen Jahres, sondern auch einen tiefen Einschnitt in das spirituelle Leben des Menschen. Es ist der Tag, an dem, so lehren unsere Weisen, „alle Geschöpfe der Welt vor Ihm wie die Kinder einer Herde vorbeiziehen“ (Mischna Rosch ha-Schana 1:2).
Jedes Individuum wird betrachtet, jede Tat, jedes Wort und jeder Gedanke. Rosch ha- Schana ist daher nicht nur ein Moment der Freude über einen Neuanfang, sondern ebenso der Tag des Gerichts – Jom ha-Din. Mit jedem Neuanfang verbindet sich Hoffnung. Der Klang

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Freude der ToraFreude

Am 15. Oktober 2025 feiern wir das Fest Simchat Tora, den Tag, an dem wir uns freuen, weil wir die Lesung der Tora vollenden und wieder von neuem beginnen. Wir freuen uns über die Lehre, die uns Mosche Rabbejnu übergeben hat – Torat Mosche, oder wie die Muslime sagen: Taurat. Auch Mosche, Musa gilt ihnen als Prophet. Doch leider ist dieses Fest nun schon seit zwei Jahren überschattet, seit am Schabbat des Jahres 5784 arabische Terroristen unter Führung der Hamas, getreu ihrer menschenverachtenden Ansichten, die das Leben feiernden Israeliten überfielen. Das Blut der Ermordeten und Gequälten schreit noch immer zum Himmel, und die Geiseln, oder vielmehr ihre Leichname, befinden sich noch immer in den Händen jener, die ihr menschliches Antlitz verloren haben.

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ErinnerungErinnerung an die Zerstörung und Neubeginn?Erinnerung

Der 9. November 1938 markiert einen tiefen Einschnitt in der Geschichte des jüdischen Lebens in Deutschland. Auch bei uns, in Mecklenburg-Vorpommern wurden in jener Nacht Synagogen verwüstet, angezündet und das religiöse und gesellschaftliche Leben jüdischer Gemeinden gewaltsam zerstört. Auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes sind insgesamt 42 Gebäude, Synagogen und Gebetsäle nachweisbar, von denen mindestens 22 während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft vernichtet oder entweiht wurden. Diese Zerstörung traf nicht nur Gebäude, sondern das Herz jüdischen Lebens: die Orte des Gebets, des Lernens und der Gemeinschaft.
Besonders sichtbar wurde dieses Unheil in Städten wie Schwerin und Rostock. In Schwerin stand einst eine prachtvolle Synagoge – ein Symbol für das selbstbewusste und lebendige jüdische Leben im 19. Jahrhundert. Am 10.

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Preis der Freiheit

Im letzten Monat haben wir einen unserer wichtigsten Feiertag zusammen erlebt, Pessach. Unsere Weisen nannten ihn „Zman Cherutejnu“ – “ Zeit unserer Freiheit“, weil die bekommene Freiheit eine der wichtigsten Errungenschaften des Feiertags ist. Damals vor dreieinhalbtausend Jahren hat unser Gott für uns Wunder gemacht und uns aus Mizrajim (laut unsrer Weisen bedeutet es Unterdrückung) befreit. Da diese Ereignisse in der fernen Vergangenheit liegen, wissen wir nicht, oder wollen sogar nicht wissen, welcher Preis für diese Freiheit bezahlt wurde

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