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Wurzeln schlagen und Früchte tragen


Der 15. SchewatTu Bi-Schewat, gilt im jüdischen Kalender als „Neujahr der Bäume“ und fällt in diesem Jahr auf den 13. Februar. Dieser Tag erinnert uns an den tiefen Zusammenhang zwischen Mensch, Boden und Schöpfung. In der Tora lesen wir, dass Bäume nicht willkürlich zerstört werden sollen, „denn der Baum des Feldes ist des Menschen Leben“ (Devarim / 5. Buch Mose 20,19). Bäume standen für die Propheten ebenso als Bilder der Gerechtigkeit und des Segens – wie die Palme, Tamar, in Psalm 92, den wir am Schabbat singen. Sie wächst aufrecht und trägt im Alter noch Früchte.
Ausgerechnet in den kargen Wintermonaten, wenn die Natur scheinbar ruht, lädt Tu Bi- Schewat uns ein, einen Blick auf verborgene Wachstumsprozesse zu werfen. Selbst in kalten Phasen legen die Bäume neue Wurzeln an, sammeln Kraft und bereiten sich auf die kommende Blüte vor. Diese Symbolik kann uns daran erinnern, in welchen Lebensbereichen wir selbst auf inneres Wachstum achten sollten.
Die Traditionen zu Tu Bi-Schewat – ob der Verzehr der sieben Arten des Landes Israel (Schivat ha-Minim), das Pflanzen neuer Bäume oder der kabbalistische Seder – verdeutlichen, wie eng wir mit der Natur verwoben sind. Gerade heute, wo Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnen, ruft uns dieser Feiertag zu einem sorgsamen Umgang mit der Schöpfung auf. Die Früchte, die man erwartet, brauchen ihre Zeit – im Talmud, Traktat Taanit 23a wird folgende Geschichte erzählt:
Einst sah Honi ha-Meagel einen Mann, der einen Johannisbrotbaum pflanzte. Honi ha- Meagel fragte: ‚Wie lange dauert es, bis dieser Baum Früchte trägt?‘ Der Mann antwortete: ‚Siebzig Jahre.‘ Da fragte Hon i ha-Meagel: ‚Glaubst du, dass du noch lebst, wenn er Früchte trägt?‘ Er entgegnete: ‚Ich fand bereits Johannisbrotbäume, die meine Vorfahren gepflanzt hatten. Wie sie für mich pflanzten, so pflanze auch ich für meine Nachkommen.
Mögen wir in diesem Monat unsere Wurzeln stärken, damit unsere Zweige und Früchte künftig allen, auch künftigen Generationen, zum Segen werden.